Der Regionalrat der Franche-Comté wurde in seiner heutigen Form 1982 im Rahmen der Dezentralisierungsgesetze ins Leben gerufen. Sein Einflussbereich erweitert und entwickelt sich ständig, indem ihm immer mehr Kompetenzen vom Staat übertragen werden.
Entstehung der Autonomie der Franche-Comté
1956: Gründung der „Region Franche-Comté“, gebildet aus den Départements Doubs, Jura, Haute-Saône und Territoire de Belfort, im Rahmen der Einrichtung der „Programmregionen“ (programmes d’action régionale).
1960: Schaffung der „circonscription d’action régionale“ Franche-Comté im Rahmen einer Harmonisierung der staatlichen Verwaltungsstruktur.
1964: Der Staat ernennt die Präfekten der Region. Gründung einer Präfektur, einer „conférence administrative régionale“ (CAR) und einer Kommission für Regionale wirtschaftliche Entwicklung (commission de développement économique régional – CODER).
1972: Die „circonscription d’action régionale“ wird eine regionale öffentliche Einrichtung (établissement public régional – EPR), die aus einer beschlussfähigen Versammlung, dem Regionalrat sowie aus einer beratenden Versammlung, dem regionalen Wirtschafts- und Sozialrat (comité économique et social) besteht. Die Kompetenzen sind noch durch die staatliche Aufsicht begrenzt.
1982: In Anwendung des Gesetzes vom 2. März 1982 überträgt der Präfekt, Repräsentant des Staates in der Region Franche-Comté, die Exekutive an den Präsidenten des Regionalrates (Edgar Faure). Der Sitz der Region wird in Besançon eingerichtet und der Staat verzichtet auf seine Aufsicht, was Handlungen und Entscheidungen betrifft. Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit erfolgt nunmehr durch nachträgliche Legalitätskontrolle. Somit ist die Franche-Comté mit eigenen Kompetenzen ausgestattet, sie wird zu einer eigenständigen Gebietskörperschaft.
1983: erste umgesetzte Maßnahmen in den Bereichen Lehrlingsausbildung und berufliche Bildung.
1986: erste allgemeine und direkte Regionalwahlen nach dem Prinzip der Verhältniswahlen. Die Region übernimmt die Verantwortung für die Gymnasien sowie das Leitschema der Berufsfortbildung.
1993: die Region übernimmt die Verantwortung für die berufliche Bildung der Jugendlichen, die jünger als 26 Jahre sind.
2002: erweiterte Kompetenzen im Bereich der beruflichen Bildung und der Lehrlingsausbildung. Der Regionalrat übernimmt ebenfalls die Verantwortung für den öffentlichen Personenverkehr in der Franche-Comté; die Region wird zum Träger des öffentlichen Personenverkehrs.
2003: die Region wird als eigenständige Gebietskörperschaft in die Verfassung aufgenommen.
13. August 2004: erneute Übertragung von Kompetenzen, insbesondere für die Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen und die Verantwortung für das technische Personal der Gymnasien.
Präsidenten des Regionalrates
1. Präsident: Edgar Faure (1982-1988)
2. Präsident: Pierre Chantelat (1988-1998)
3. Präsident: Jean-François Humbert (1998-2004)
4. Präsident: Raymond Forni (2004-2008)
Historische Grundmauern
Der Regionalrat erwirbt im Jahre 1982 das Hôtel de Grammont in Besançon und macht dieses Bauwerk zum Sitz der Region. Das Gebäude wurde im Jahre 1722 erbaut und sorgfältig restauriert, um sein ursprüngliches Aussehen wieder zu finden. Während des Baus der Tiefgarage in den Jahren 1989 und 1990 traten bedeutende gallo-römische Funde zu Tage. Eine für die Interpretation des monumentalen und religiösen Zentrums der antiken Hauptstadt der Sequaner, Vesontio, bedeutende Entdeckung. Teile dieser Ausgrabungen sind für die Öffentlichkeit in den unterirdischen Archiven des Sitzes der Region zugänglich.