Seit mehr als 400 Jahren sind sich die Historiker über die verschiedenen Ursprünge dieser Bezeichnung nicht einig. Jedoch heben sie alle als gemeinsame Basis die Tradition der Franche-Comté als eine Region mit ausgeprägtem Charakter hervor, die der französischen Sprache und Kultur angehört.
Eine rebellische Provinz
Zur Zeit als sich die Franche-Comté Grafschaft Burgund nannte forderte der Graf von Burgund Rainaud III. (1126-1148) die Unabhängigkeit der Grafschaft. Er verweigerte dem Deutschen Kaiser den Gehorsam, worauf er « der freie Graf » genannt wurde. Daraus entwickelt sich der Name Franche-Comté.(1)
Frank und frei
Eine andere Erklärung hebt die besondere Situation der Grafschaft Burgund gegenüber dem Deutschen Reich nach der Angliederung im Jahre 1026 hervor. Die Grafschaft musste dem Kaiser nur Militärdienste leisten, blieb frei von jeglichen Besteuerungen und behielt ihre Sprache und ihre Traditionen. Er war also ein Graf der « frank und frei » und autonom war. Dies findet in dem Namen Franche-Comté seinen Ausdruck.
Die französische Sicht
Im Jahre 1861 weist der Historiker Auguste Castan darauf hin, dass der Begriff « Franche-Comté » zum ersten Mal in einer Urkunde von 1366 erwähnt wird, aber als « France-Comté ». Nach ihm war es die Gräfin Margarete, damals die Erbin der Grafschaft Burgund, welche diese Bezeichnung in die offiziellen Urkunden aufgenommen hätte. Margarete war eine französische Prinzessin und Tochter des Königs von Frankreich, Philipp dem Langen. Umgeben von französischen Beratern wollte sie durch diese Namensgebung gegenüber dem Deutschen Reich, das eine Annäherung zu ihr suchte, hervorheben, dass diese Region für sie nicht juristisch aber defacto eine französische Grafschaft sei. Im XV. Jahrhundert hätte die Bezeichnung « France-Comté » die Schreibweise « Franche-Comté » angenommen, da zu dieser Zeit offizielle Urkunden in Flandern abgefasst wurden, wo das « c » « ch » ausgesprochen wurde.(2)
Quellen:
(1) Edmond Péclin - Histoire de la Franche-Comté - Buchreihe "Que sais-je ?";
(2)Mémoires de la Société d'Emulation du Doubs - Jahr 1861 - Seite 493