Zahlreiche Festungen und Befestigungen, kirchliche und industriegeschichtliche Bauwerke sind Zeugen der Geschichte der Franche-Comté. Aus der Vorstellungskraft berühmter Architekten hervorgegangen und sorgfältig restauriert und erhalten, öffnen diese gerne ihre Türen für Besucher.
Römische und mittelalterliche Denkmäler
In der Franche-Comté kann man Geschichte durch das architektonische Erbe erfahren. Aber die Zeit und die Kriege haben viele Orte der Antike ausgelöscht. Und zwar in dem Ausmaß, dass es nicht leicht ist, sich Vesontio, die frühere römische Stadt vorzustellen, welche heute von Besançon überbaut ist. Allein die Porte Noire (schwarzes Tor) und einige Überreste von Aquädukten zeugen von dieser Vergangenheit. Ebenso kann man in Mandeure und in Villards-d’Héria die Überreste eines groß angelegten Theaters und eines Wasserversorgungssystems entdecken, welche immer noch zahlreiche Geheimnisse für die Archäologie verbergen. Das Mittelalter hat mit seinen Kirchen und seinen alten Schlössern auch seine Spuren hinterlassen (mehr als 1000 registriert, lediglich ein Viertel davon sind sichtbar); Beispiele dafür sind Oricourt und Frontenay. Viele dieser militärischen Bauwerke wurden ab dem XVI. Jahrhundert mit neuartigen Befestigungsanlagen versehen.
Vauban, ein geistreicher Stratege
Vauban, der als der berühmteste Festungsbauer gilt, hat mit seinem Können die Region an vier bedeutenden Standorten geprägt. Die Hervorstechendsten ? Die Zitadellen von Belfort und Besançon. Sie sind vollkommen erhalten und veranschaulichen die von Vauban ausgedachten Pläne zur Stadtentwicklung und die Prinzipien zur Verteidigung. Er hat sich aber nicht auf Zitadellen begrenzt. Seine Werke prägen auch die Landschaft der Franche-Comté, zum Beispiel zwei Standorte : das Schloss von Joux, das ein Symbol des Kampfes gegen die Sklaverei repräsentiert und ein früheres Staatsgefängnis war, in dem Toussaint Louverture und Mirabeau einsaßen; die Festung Saint-André, welche Salins-les-Bains überragt und heute als Herberge genutzt wird.
Industrie et Modernität
Zur regionalen Architektur gehören auch ungewöhnlichere Denkmäler. Ein beeindruckendes Beispiel ist die Königliche Saline von Arc-et-Senans, eine Manufaktur aus dem XVIII. Jahrhundert, die von Claude-Nicolas Ledoux entworfen wurde. Sie wurde von der UNESCO in die Liste der Weltkultur-Denkmäler aufgenommen und veranschaulicht die damalige Vision der idealen zukünftigen Arbeiterstadt. Die Schmiede von Syam im Jura, Überreste der Eisen- und Stahlindustrie, ist mit einem Teil der ursprünglichen Werkzeuge immer noch in Betrieb. Schließlich ist die außergewöhnliche Kapelle von Ronchamp Notre-Dame-du-Haut, die von dem berühmten französisch-schweizerischen Architekten Le Corbusier erbaut wurde, ein bedeutendes Element moderner kirchlicher Baukunst.