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Musée de la cerise Fougerolles /Musées des techniques et cultures comtoises/Cl. Y. Perton-AMB
Cérisiers/Musées des techniques et cultures comtoises/Cl. M. Paygnard
Musée de la cerise Fougerolles /Musées des techniques et cultures comtoises/Cl. Y. Perton-AMB

Kirschenzeit

Den Werdegang der Kirsche von der Blüte bis zum Branntwein zeigt das Ecomusée von Fougerolles im Herzen des Kirschenlandes. Sie können es mit und ohne Führung besichtigen.

Der Begriff „Ecomusée” steht für ein Museum, das eine menschliche Tätigkeit in ihrem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld darstellt. Im Land von Fougerolles im Departement Haute-Saône ermöglichte der Kirschenanbau zunächst landwirtschaftliche, dann auch gewerbliche Aktivität. Hier stehen mit schätzungsweise 40000 Kirschbäumen sehr ertragreiche Früchte zur Herstellung des wohlbekannten Kirschwassers zur Verfügung, das durch Destillation von fermentiertem Kirschsaft entsteht. Schon im 16. Jahrhundert wurde das hochprozentige Getränk zubereitet, doch erst im 19. Jahrhundert erfuhr es seinen eigentlichen Aufschwung. Desle-Joseph Aubry, einer der Wegbereiter für die Vermarktung des Kirschwassers, begann im Ortsteil Petit-Fahys mit dem gewagten Unternehmen. 1829 ließ er dort ein Herrenhaus errichten, das später von 9 Kirschwasserproduzenten erworben wurde, bis man 1979 daraus schließlich das Ecomusée des Kirschenlandes machte.

In dem großen, renovierten Gebäude können Sie mitverfolgen, wie das Leben sich damals um Kirschenanbau und Kirschwasserbrennerei herum abspielte: etwa, wie die Leute arbeiteten, Hochzeit feierten oder welche Trinkgewohnheiten sie besaßen. Brennerei und Vertrieb des Kirschwassers zogen natürlich weitere Gewerbezweige nach sich, wie Küfer, Glasbläser, Korbmacher oder Fahrbetriebe. Über das materielle Leben hinaus veranschaulicht das Ecomusée den mit der Brennerei verbundenen Volksglauben und dessen Symbole. Die verschiedenen Kirschbaumarten, Kirschsorten und die Brennerei werden ausführlich dargestellt, das damit verbundene Gewerbe, ebenso Trinkbräuche, sowie die Auswirkungen der Brennereigesetze. Zur eigentlichen Herstellung des wohlschmeckenden Kirschwassers zurückkommend, sind in einer großen Halle verschiedenste Destillierkolben ausgestellt, die mit Dampf- oder Wasserbad-Technik betrieben wurden.

Innerhalb der letzten fünfzehn Jahre wurden im Ecomusée des Kirschenlandes Fougerolles mehrfach Verbesserungen eingeführt, um den Besuchern einen möglichst vollständigen Themenüberblick zu liefern, sowohl in handwerklicher als auch in historischer Hinsicht. Nach umfangreichen baulichen Veränderungen wurde der Gebäudekomplex 2005 mit dem Architekturpreis „Grand-Est” ausgezeichnet. 2007 wurde die gesamte Gestaltungskonzeption neu überdacht, wobei manche Ausstellungsszene mit audiovisuellen Mitteln vervollständigt wurde. Zu den neu ausgebauten Gebäuden gehört der etwas tiefer gelegene „Sockel” mit Zugang zum Obstgarten, bestanden mit Kirschbaumarten, die am Ort sonst nicht mehr vorkommen. Vom Dachboden mit eindrucksvollem Balkenwerk hat man einen herrlichen Ausblick über das Fougeroller Land. Sie können sich die Ausstellungen rund um den Kirschenanbau und die Kirschwasserbrennerei ungebunden selbst ansehen oder an Führungen teilnehmen. Am praktischsten ist es, wenn Sie sich dazu vorher telefonisch anmelden.

Ecomusée du pays de la cerise
206, le petit-Fahys
70220 Fougerolles
Tél. : 03 84 49 52 50
www.musees-des-techniques.org/fougerolles.php

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